Archiv für den Monat: Juli 2013

20 07, 2013

Der sinnlose Hype um E-Mail-Verschlüsselung gegen PRISM

von |20. Juli 2013|Presse|0 Kommentare|

Mittlerweile scheint allgemein bekannt zu sein, dass die NSA in der Lage ist große Datenmengen abzugreifen und zu analysieren. Und nun Achtung: Sie macht das wahrscheinlich auch. Was ist daran jetzt neu? Vorher dachte man es sich oder vermutete es, heute weiß man es mit höherer Wahrscheinlichkeit. Also eigentlich nichts neues.

In der Presse ist es nun ein Skandal, dass ein ausländischer Geheimdienst auf seinem Grund und Boden im Geheimen die Kommunikation anderer abhört. Als Resultat wird nun in der  Presse (z.B. in SPIEGEL Online) Verschlüsselungstools wie OpenPGP empfohlen. Damit soll man nun am besten seine Mails verschlüsseln, damit PRISM, TEMPORA & Co diese nicht mehr „mitlesen“ können. Der Sicherheitswelt frohlockt: Danke für die Security Awareness Maßnahme!

Leider wird nicht erwähnt, dass die ausreichend interessanten Verbindungsdaten nicht verschlüsselt werden. Das geht technisch ohnehin nicht. Damit wissen die Geheimdienste immer noch, wer mit wem wann E-Mail-Verkehr hat. Da hilft auch Krypto nicht. Richtig absurd wird das Thema, wenn man seine persönlichen Bilder weiterhin auf Facebook oder Google+ postet.

Tools wie OpenPGP sind top um wirklich vertrauenswürdige Daten auszutauschen. Die Einladung zur nächsten Feier zu verschlüsseln, die nebenbei noch auf Facebook gepostet wird, ist total sinnlos. E-Mails sind wie Postkarten. Niemand regt sich darüber auf, dass der Briefträger und viele andere die Urlaubsgrüße lesen können. Aber bei der E-Mail ist es ein Skandal.

16 07, 2013

Der Vergleich: CISSP vs. TISP

von |16. Juli 2013|Zertifizierung|0 Kommentare|

Welche Zertifizierung soll man als IT-Security-Spezialist anstreben: CISSP oder T.I.S.P.?

Merkmale vom CISSP:

  • Höhere Anforderungen an die Berufserfahrung, in der Regel 5 Jahre.
  • Die Berufserfahrung und grundlegende fachliche Qualifikation muss von einem anderen CISSP (es gibt Ausnahmen) bestätigt werden
  • International ausgerichtet; die Ausrichtung auf amerikanische Gesetze nimmt oder nahm bereits ab.
  • Beinhaltet Aspekte zur sicheren Softwareentwicklung.
  • Ist international anerkannt.
  • Die Vorbereitung zur Prüfung ist jedem Prüfling selbst überlassen. Eine Schulung ist kein muss.
  • Ist grundsätzlich thematisch umfangreicher.
  • Es muss zur Erhalt der Zertifizierung eine stetige Weiterbildung nachgewiesen werden.
  • Der CISSP ist ISO 17024:2003 akkreditiert.

Merkmale vom T.I.S.P.

  • Geringere Anforderungen an die Berufserfahrung, nur 3 Jahre.
  • Nur in Deutschland anerkannt (oder vielleicht auch im sonstigen DACH-Raum).
  •  Schulung ist zwingend erforderlich.
  • Aktuell drei Schulungsanbieter: Frauenhofer SIT, secorvo und isits.
  • Leichte Ausrichtung auf „deutsche Themen“ wie BSI, BDSG usw.
  • Keine Aspekte zur sicheren Softwareentwicklung.
  • Auch hier muss zum Erhalt der Zertifizierung ein aber etwas geringerer Weiterbildungsaufwand nachgewiesen werden.
  • Zusätzlich muss einmal alle drei Jahre ein TISP-Community-Meeting besucht werden.
  • Eine Akkreditierung nach ISO 17024:2003 ist nicht vorhanden.

Nachdem ich beide Zertifizierungen halte, würde ich den CISSP dem TISP vorziehen. Die Internationalität schlägt klar die wenigen speziell deutschen Themen vom TISP. Das BDSG & Co kann man sich auch zusätzlich zum CISSP als Einschlaflektüre zu Gemüte ziehen. Auch finde ich es vorteilhaft, wenn man nicht zwingend einen Vorbereitungskurs besuchen muss, wie es beim TISP notwendig ist. Je nach eigenem Kenntnisstand und Berufserfahrung kann das reine Zeit- und Geldverschwendung sein. Vorteilhaft ist meiner Ansicht nach der TISP nur, wenn man nicht die für den CISSP notwendige Berufserfahrung besitzt und ohnehin gerne einen Kurs besuchen möchte oder muss. Zumal die Vorbereitungskurse zum TISP günstiger als die CISSP-Bootcamps sind.

13 07, 2013

Erfahrungen zur CISM-Prüfung

von |13. Juli 2013|Zertifizierung|0 Kommentare|

Ich hatte vor ein paar Wochen die CISM-Prüfung abgelegt und nun das Ergebnis erhalten: Bestanden mit 563 Punkten. Insbesondere nachdem ich für die Prüfung weniger als die Hälfte der Zeit – unter 2 von 4 Stunden – benötigt hatte, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Meine Vorbereitung zur Prüfung bestand aus dem  CISM Review Manual 2013 und der CISM Practice Question Database v13. Ich finde das Review Manual sehr trocken geschrieben und es ist bei mir nach dem ersten Querlesen wieder im Schrank verschwunden. Das Review Manual kann ich nicht empfehlen. Wesentlich hilfreicher war für mich die CISM Practice Question Database, sodass sich meine gesamte Vorbereitung auf diesen Fragekatalog gestützt hat. Ein bis zwei Wochen vor der Prüfung ab und zu mal ein paar Fragen aus der Datenbank zu beantworten, war für mich am sinnvollsten. Im Gegensatz zum Review Manual war die Practice Question Database sein Geld absolut wert.

Die Prüfung selbst habe ich in einem Frankfurter Hotel abgelegt. Es gab kostenlose Getränke, aber Kaffee habe ich sehr vermisst. Wer an einem Samstagmorgen Kaffee benötigt, sollte vorher seine Koffeinversorgung sicherstellen! Die Organisatoren der Prüfer vor Ort schienen mir mit der Masse an CISA, CISM & Co. Prüflingen etwas überfordert, es lief aber insgesamt alles problemlos ab. Das Hinterherlaufen eines Prüfers, wenn man die Toilette besucht, fand ich etwas übertrieben. Natürlich sind sie draußen vor der Toilettentür stehen geblieben.  Auf dem paranoiden Niveau fehlte eigentlich nur noch eine Prüfung, ob man nicht doch ein Smartphone irgendwo am Körper hat.

Ich fand die CISSP-Prüfung im Vergleich zum CISM anstrengender, nachdem der CISSP wesentlich mehr unterschiedliche Kategorien beinhaltet. Da ist in dieser Hinsicht der CISM mit seinen nur vier nicht-technischen Kategorien einfacher.

9 07, 2013

TeleTrusT Information Security Professional

von |9. Juli 2013|Zertifizierung|0 Kommentare|

Mein Ergebnis ist da: Ich bin nun zertifizierter TeleTrusT Information Security Professional.

2 07, 2013

Erfahrungen zum TISP

von |2. Juli 2013|Zertifizierung|0 Kommentare|

Ich habe letzten Samstag die TISP-Prüfung abgelegt und zuvor den Pflicht-Kurs besucht. Im Gegensatz zum CISSP fehlte mir insbesondere der gesamten Themenpunkt von Sicherheit im Softwarelebenszyklus. Hier hinkt meiner Meinung nach der TISP gegenüber dem CISSP inhaltlich sehr hinterher. Ansonsten merkt man dem TISP seine „Verwandtschaft“ zum CISSP deutlich an. Die Hinzunahme relevanter deutscher Punkte wie BSI und diverse Gesetze ist durchaus gelungen. Auch wenn ich die starke Ausrichtung zumindest im Kurs an BSI nicht direkt verstehen kann. Im Gegensatz zur TISP FAQ denke ich auch nicht, dass der IT-Grundschutz in Europe irgendeine nennenswerte Bedeutung hat.[1] Leider negativ ist mir noch aufgefallen, dass z.B. das Frauenhofer SIT und secorvo unterschiedliche Definitionen des ROSI verwenden. Das spricht nicht direkt für ein einheitliches Qualitätsmanagement.

[1] Vgl. http://www.teletrust.de/tisp/tisp-faq/, Stand 02.07.2013