Allgemein

21 05, 2015

Just My 2 Cents zum Thema Personalverantwortung & Personalführung

von |21. Mai 2015|Allgemein|0 Kommentare|

Wie lernt man Personalführung? Ab ins kalte Wasser! Vielleicht beschäftigt man sicher vorher noch ausführlich mit diversen Theorien zur Personalführung. Oder man hat die Theorie im Studium durchgekaut. Oder man hat einen besonders spendablen Arbeitgeber und wird auf ein Seminar bzw. Training für Führungskräfte geschickt. Theorie und Übungsseminare sind nett, aber wirklich darauf vorbereiten können sie nicht.

Ich denke für die meisten, die zum ersten Mal Personalverantwortung übernehmen, war das eine Stufe auf ihrer mehr oder weniger geplanten Karriereleiter. Personalverantwortung als Karriereziel. Mehr Einfluss, mehr Macht, mehr Gestaltungsspielraum, endlich echte Entscheidungen treffen und natürlich mehr Geld. Personalverantwortung als Selbstzweck. Was man nach dem Studium werden möchte? Natürlich Führungskraft!

Das erste Herausforderung fängt leider damit an, dass Personalverantwortung auch bedeutet, Personal zu führen und nicht nur zu verwalten, zu terrorisieren oder die anderen einfach für sich arbeiten zu lassen. Gute Führung bedeutet auf die Menschen einzugehen, die verschiedenen Schwächen und Stärken von Menschen zu erkennen, um langfristig das optimale aus einer Mannschaft herausholen zu können. Dazu gehört eine gute Menschenkenntnis, vielleicht ein bisschen Charisma und vor allem Charakterstärke sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Was weniger dazu gehört sind tiefe Fachkenntnisse und narzisstisch oder egoistische Persönlichkeitsstörungen. Führungskräfte, die Erfolge ihrer Mannschaft primär zu ihren eigenen Erfolgen umdeuten und bei Fehlern die Schuldigen wiederum als erstes unter den eigenen Mitarbeitern suchen, sind genauso fehl am Platz.

Die zweite Herausforderung an Personalverantwortung: Es ist nur so lange easy-going, solange alles reibungslos funktioniert. Leistungsschwache, problematische Mitarbeiter und Konflikte innerhalb der Mannschaft können der Führungskraft richtig Nerven kosten. Man kann Probleme natürlich ignorieren, schwache Mitarbeiter mit einfachen ABM-Aufgaben betreuen, viele Blabla-Meetings zur Arbeitsatmosphäre abhalten und ansonsten jeden weiteren möglichen Konflikt aus dem Weg gehen. Als Ergebnis werden die Leistungsträger abwandern und am Ende hat die Führungskraft das Personal, welches sie verdient hat. Was man eigentlich machen sollte – das richtige Maß aus Lob, Motivation, Förderung aber auch Sanktionen finden. Offen gesagt, wer scheiße gebaut hat, hat es verdient darauf aufmerksam gemacht zu werden. In keiner cholerischen Art und Weise, sondern sachlich und direkt. Im Gegensatz dazu haben es gute Mitarbeiter auch verdient, Lob und Anerkennung zu bekommen. Man kann nicht alle Mitarbeiter gleich behandeln, jeder benötigt einen anderen Führungsstil. Der eine braucht mehr Führung, der andere mehr Freiheiten. Jeder Mensch ist anders. Leider ist für viele aber Lob einfacher zu verteilen, als Konfliktgespräche zu führen oder gar Kündigungen auszusprechen.

Ich hatte damals auch indirekt das Karriereziel Personalverantwortung zu übernehmen. Ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Ich habe versucht mich an Vorbildern zu orientieren und aus Fehlern anderer zu lernen. Funktionierte leider nicht immer, ich habe auch Fehler gemacht. Mittlerweile habe ich meinen eigenen Stil gefunden. Ich bin mit der Zusammensetzung meines aktuellen Teams sehr zufrieden.

Aber ich habe dem Prinzip Personalverantwortung als Karriereziel und damit als Selbstzweck abgeschworen. Nach dem Peter-Prinzip neigt jeder Beschäftigte bis zu seiner Stufe der eigenen Unfähigkeit aufzusteigen. Die genannte These von Laurence J. Peter kommt nicht von ungefähr. Wird einem die erste Stelle als Führungskraft angeboten, sollte man sehr genau darüber nachdenken sie anzunehmen. In der Regel hat man in dieser Situation keine Ahnung, was das eigentlich in der Praxis bedeutet. Nimmt man die Aufgabe an, sollte man regelmäßig reflektieren, ob man es wirklich kann. Die Theorie ist einfach, die Praxis leider nicht unbedingt.

21 02, 2015

2 Jahre Security Blogging

von |21. Februar 2015|Allgemein|0 Kommentare|

Vor 2 Jahren hatte ich meinen Security Blog gestartet: Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Manchmal bekomme ich Mails mit konkreten Fragen bzgl. Zertifizierungen und Studium; ich denke den meisten konnte ich weiterhelfen. Aktuell bin ich leider beruflich so eingespannt, dass ich nicht viele Beiträge schreiben kann. Ich werde versuchen das in den nächsten Monaten wieder zu ändern.

Für die positiven Rückmeldungen, die ich bisher bekommen habe, möchte ich mich hiermit nochmals bedanken: Danke!

7 08, 2014

Problem Driven Project Management: Agil war gestern!

von |7. August 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Problem Driven Project Management ist eine moderne alternative zu agilen Projektmanagement-Methoden. Während im Wasserfallmodell noch alles von oben herab durchgeplant werden muss und selbst bei agilen Methoden noch iterative Planungen durchgeführt werden müssen, fällt der Punkt Planung beim problemgetriebenen Projektmanagement einfach weg.

Durch die fehlende Planungsphase ergeben sich enorme Ressourcen- und damit auch Kosten-Einsparungen und es stellt sich automatisch eine sehr zielgerichtet Vorgehensweise ein: Aktuelle Probleme werden einfach priorisiert und danach abgearbeitet. Die Vorgehensweise ist zudem sehr intuitiv und orientiert sich direkt an den Bedürfnissen der Projektbeteiligten. Auch Kunden ziehen in der Regel einen problemgetriebenen Lösungsansatz einer ausführlichen Planung vor, die ohnehin nie eingehalten werden kann. Dadurch ergibt sich eine höhere Kundennähe und damit ultimativ eine höhere Kundenzufriedenheit.

Ausführliche Planungen, Projekt- und Teammeetings waren gestern. Das Problem Driven Project Management ist die perfekte Projektmanagement-Methode für alle, die agile Methoden immer noch für zu steif empfanden. Dieser einfache Ansatz verzichtet vollkommen auf Ausbildungen oder Zertifikate für Projektmanager – jeder kann nach dem problemgetriebenen Projektmanagement Erfolg haben!

In vielen Unternehmen wurde das Problem Driven Project Management bereits eingeführt, oftmals als direkte Reaktion auf die bisherigen komplexen planungs- und organisationsintensiven Managementmethoden. Agil war gestern, problem driven ist heute!

Jetzt einmal ohne heftigen Sarkasmus: Der obige Text ist natürlich totaler Schwachsinn – Ein Problem Driven Project Management ist nur die Verwaltung von Chaos. Wer sich darin wiedererkennt, sollte dringend handeln!

6 08, 2014

Google, Du hast gewonnen: Ich nutze ab sofort Google Drive für meine Daten

von |6. August 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Der Security-Spezialist in mir weigerte sich jahrelang Cloud-Dienste in größerem Umfang zu nutzen. Gibt man schließlich private Daten in die Cloud, gibt man die absolute Kontrolle darüber ab. Meine Meinung darüber hat sich nicht wesentlich geändert, ich habe nur kapituliert.

Gegen die Geheimdienste bin ich ohnehin weitgehend machtlos und Krypto ist einfach für gewöhnliche private Daten viel zu aufwendig. Gegen 08/15-Hacker-Attacken wird sich Google sicherlich zu verteidigen wissen. Zumindest erscheint mir das Security-Konzept von Google auf den ersten Blick vorbildlich zu sein. Ich vertraue der Datenkrake Google unter Security-Aspekten wesentlich mehr als den Datenkraken Facebook oder Dropbox. Microsoft erwähne ich besser gar nicht erst.

Mittlerweile hat man nicht mehr nur einen PC oder Laptop, sondern einen ganzen Wildwuchs an Endgeräten: PCs, Laptops, Smartphones und Tablets. Ein paar Hundert Gigabytes an MP3s, Bildern, Vorlesungsunterlagen, uvm. kann man nur noch auf großen Datenträgern auslagern. Wenn man früher noch eine verschlüsselte externe Festplatte mitnahm, ist es heute nur noch umständlich: Wie schließe ich ein Tablet an eine verschlüsselte externe Festplatte an? Gar nicht.

Google kennt viele meiner Mails, mein komplettes Suchverhalten, synchronisiert von meinem Android-Device keine Ahnung was alles auf seine Server. Habe ich eigentlich noch wirklich eine Kontrolle, wer welche Daten von mir hat? Welche App auf meinem Smartphone welche privaten Daten von mir ins Ausland schickt? Nicht wirklich. Ich habe nur noch eine Pseudo-Kontrolle.

Ich könnte mir eine eigene Private Cloud aufbauen. Es gibt freie Software dazu, das ist nicht das Problem. Fehlt noch der Server, der schön regelmäßig Geld verschlingt. Dazu ist mir meine eigene private Zeit zu kostbar geworden, um Stunden oder gar Tage in irgendwelche Setups zu investieren, die dann nur mehr oder wenig gut funktionieren. Das ist keine Alternative mehr, der Aufwand ist zu hoch.

Ich habe mir jetzt testweise 100GB in Drive geholt, und werde vermutlich auf 1TB upgraden. Ich werde sicher keine wirklich privaten Dateien in die Cloud schieben. Für den Rest ist es einfach zu praktisch von allen Clients problemlos unterwegs auf Dateien in Drive zugreifen zu können. Ich kann nicht mehr kontrollieren, wer im Zweifel darauf zugreifen kann. Ich bin mir darüber bewusst, dass Google E-Mails scannt und ein amerikanisches Unternehmen ist.

Wenn ich aber die Risiken gegenüber den Vorteilen abwäge, ist die Entscheidung klar. Google du hast gewonnen, ich kapituliere: Technischer Fortschritt und maximale Privatsphäre lässt sich nicht vereinbaren. Man muss den persönlichen Kompromiss finden…

23 07, 2014

Holidaycheck erlaubt keine Bewertungen ohne erfolgreiche Übernachtung beim Waldhotel Dornröschenshöh

von |23. Juli 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Nach meinen sehr negativen Erfahrungen im Waldhotel Dornröschenshöh (Haare im Bett und Rausschmiss nach meiner Kritik) hatte ich eine Bewertung beim Portal Holidaycheck abgegeben. Die wurde anschließend vom Hotelier des Waldhotels Dornröschenshöh beim Portal Holidaycheck bemängelt: Ich hätte gar nicht in dem Hotel übernachtet.

Das ist natürlich korrekt. Soweit kam ich leider nicht. Dass der Hotelier aktiv gegen seine Bewertungen vorgeht und Holidaycheck in solchen Fällen keine Ausnahme ihrer Richtlinien zulässt, finde ich sehr schade:

Sehr geehrter Herr  Sauer,

vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung per E-Mail.

Damit bleibt Ihre Bewertung mit der ID 13[…] dauerhaft offline.

Bitte beachten Sie, dass eine Hotelbewertung auf unserem Portal generell nur dann möglich ist, wenn auch tatsächlich die volle Leistung (mindestens eine Übernachtung) in Anspruch genommen wurde.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung!
Antworten Sie einfach auf diese E-Mail.

Freundliche Grüße vom Bodensee
XXXXXX XXXXX

Muss ich jetzt wirklich erst eine Nacht im Waldhotel Dornröschenshöh bleiben, um es bei Holidaycheck bewerten zu können – ernsthaft? Welche Aussagekraft haben dann Bewertungen bei Holidaycheck und insbesondere von diesem Hotel, wenn nicht alle (Beinahe-)Kunden eine Bewertung abgeben dürfen…

19 07, 2014

Waldhotel Dornröschenshöh: Schwarze Haare im Bett & Rausschmiss

von |19. Juli 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Normalerweise poste ich nur security-bezogene Themen, aber in diesem Fall möchte ich eine Ausnahme machen. Ich wollte gestern am Edersee 1-2 schöne Tage verbringen. Als Hotel hatten wir das Waldhotel Dornröschenshöh ausgewählt.

Der Empfang war sehr wortkarg, aber noch ok. Danach bin ich direkt zum See. Zurück im Hotelzimmer vom Waldhotel Dornröschenshöh erwartet mich in der Dusche ein sehr offensichtliches langes Haar an der Wand. Okay, kann passieren und man kann es selbst wegmachen. Für 90€ das Doppelzimmer kann man das noch akzeptieren. Fertig mit duschen, geht es ab ans Waschbecken. Wieder Haare. Ob hier eigentlich jemand geputzt hat?

Leicht verärgert gehe ich ans Bett und sehe folgendes:

Waldhotel Dornröschenshöh Haare 1

 

Aber es fällt direkt noch eins auf:

Waldhotel Dornröschenshöh Haare 2
 

Jetzt einmal ernsthaft – ich erwarte schon ein paar Grundlagen in der Hygiene in einem Hotelzimmer.  Lange schwarze Haare fallen auf. Immerhin sind lange Haare keine Schamhaare, bei den anderen kurzen Haaren war ich mir leider nicht sicher.

Zumindest das verdreckte Bett bin ich nicht bereit zu akzeptieren. Ich gehe zur Rezeption vom Waldhotel Dornröschenshöh und erkläre freundlich die Situation und bitte darum, dass ich ein frisches und sauberes Bett bekomme.

Panik bricht aus. Der Familienbetrieb scheint nicht in der Lage zu sein mit dieser Situation umzugehen. Das Zimmer wird besichtigt, ich zeige die Missstände. Es gibt offensichtlich Schwierigkeiten gegen 20 Uhr noch die Putzfrau zu bestellen. Saubere Ersatzzimmer stehen nicht zur Verfügung. Jetzt könnte natürlich das Personal vom Hotel das Bett selbst frisch machen…

Aber was passiert: Ich werde lautstark darum gebeten, sofort das Zimmer zu räumen. Ich habe schon einige Hotelbesuche hinter mir, aber das toppt alles. Ich habe mich nicht über den hässlichen Teppich beschwert oder den kaputten Boden im Eingangsbereich. Ich wollte nur ein sauberes Bett. Das war definitiv zu viel verlangt.

Ich sei ja viel zu pingelig und in München gibt es auch dreckige Zimmer – ich hatte einen Mietwagen von Sixt und komme nicht aus München, egal.  Ich hatte während der Situation mit drei Personen Kontakt – vom Chef bis hin zu den Mitarbeitern durchweg alle unfreundlich und ohne Verständnis. Es wurden Aussagen getroffen, dass Haare in den Zimmern und Betten ja normal seien.

Meine Bewertung nach dieser Erfahrung:
Kundenzufriedenheit Note 6, Hygiene Note 6 und Freundlichkeit Note 6. Nie wieder!

17 06, 2014

Nervige Personalagenturen: Projektangebote als PHP- oder Python-Entwickler bei IT-Sicherheitsexperten

von |17. Juni 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Liebe Personalagenturen,

ich bin Information Security Consultant. Ich bin kein PHP- und/oder Python-Entwickler. Wie viele andere IT-Professionals kann ich Software programmieren bzw. entwickeln. Auch in den Programmiersprachen PHP und Python. Ich bin dennoch kein Entwickler. Trotzdem bekomme ich regelmäßig per E-Mail-Anfragen als Freelancer für PHP bzw. Python, nur weil ich diese in meinem Profil unter Programmierkenntnisse aufgelistet habe.

Anscheinend wird einfach per Suchfilter in den Profilen nach Schlagwörtern gesucht und massenhaft E-Mails versendet. Das eigentliche Profil scheint sich dann niemand mehr anzusehen. Bei den Margen einer erfolgreichen Vermittlung ist das anscheinend auch zu viel verlangt. Schreibt man dann die Versender der E-Mails an, mit der Bitte solche Projekte nicht mehr zu schicken, erhält man eine sehr professionelle Reaktion: Nämlich gar keine. Eine 1A-Leistung.

Recht lustig ist es dafür, von mehreren Vermittlern derselben Agentur kontaktiert zu werden. Doppelt hält besser? Ach, drei- oder vierfach ist noch besser. Sinn? Unsinn? Eigentlich nur noch nervig.

Nachdem ich noch Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens bin, bekomme ich auch ungewollt Profile von Bewerben geschickt. Witzig ist diese Pseudo-Anonymität. Als ob es nicht Google, LinkedIn und Xing gäben würde. Die Informationen in einem anonymen Lebenslauf sind oft vollkommen ausreichend, um die Person zu identifizieren.

Personalagenturen = nervig? Sicher nicht alle, aber das Niveau könnte insgesamt deutlich steigen. Hauptsache Umsatz generieren und Personal wie Vieh anbieten, schreckt mich eher von einer Zusammenarbeit ab.

Mit freundlichen Grüßen,

Patrick Sauer

Master of Science in Security Management
Diplom Wirtschaftsinformatiker (FH)
Certified Information Systems Security Professional (CISSP)
Certified Information Security Manager (CISM)
Offensive Security Certified Professional (OSCP)
TeleTrusT Information Security Professional (T.I.S.P.)
ISSECO Certified Professional for Secure Software Engineering (CPSSE)
Datenschutzbeauftragter DSB-TÜV

27 04, 2014

HOB/Brandstätter wettert nun auch im Wall Street Journal gegen OpenSSL/OpenSource

von |27. April 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Nach der FAZ, der ZEIT, dem Handelsblatt und online wettert Brandstätter auch im Wall Street Journal gegen OpenSSL und Open Source. Während weltweit führende IT-Unternehmen wie Cisco, Dell, Fujitsu, Google, HP, IBM, Intel, Microsoft usw. aufgrund von Heartbleed in OpenSSL investieren, wird von dem Unternehmen HOB GmbH & Co. KG bzw. dem CEO Klaus Brandstätter intensiv in einer groß angelegten Anzeigenkampagne gegen OpenSSL und OpenSource gewettert.

<sarkasmus> Wahrscheinlich arbeiten bei den großen IT-Unternehmen auch nur ’nicht übermäßig intelligente 17-jährige‘ ohne jedes Management. </sarkasmus>

24 04, 2014

Internet-Sicherheit und OpenSSLs Heartbleed (Keine Werbeanzeige)

von |24. April 2014|Allgemein|0 Kommentare|

Keine Werbeanzeige und vom Original in der FAZ, Handelsblatt und ZEIT deutlich abweichend:

Mein Name ist Klaus… Mein Name ist Patrick Sauer. Ich bin Master of Science in Security Management, Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH), zertifizierter Sicherheitsspezialist (z.B. CISSP & OSCP) und werde dieses Jahr 30. Ich habe vor über 10 Jahren während meiner Gymnasialzeit privat als Hobby C gelernt. Ich bin auch Geschäftsführer eines kleinen Beratungsunternehmens.

Ich habe mir den problematischen Source Code von Heartbleed ange­sehen. Ein Angreifer kann zufälligen Speicher auslesen, z.B. Passwörter oder private kryptographische Schlüssel zu Zertifikaten. Eine Denial-of-Service Attacke über Heartbleed halte ich für eher unwahrscheinlich und eine eventuelle DoS-Attacke ist nicht das eigentliche Problem, sondern der weitgehend unerkannte Abzug der kryptographischen Schlüssel. Dadurch ist es einem Angreifer möglich den verschlüsselten Datenverkehr zu entschlüsseln, sofern keine Perfect Forward Secrecy eingesetzt wurde.

Es gibt den Grundsatz: Alles was der Benutzer eingibt, muss sorgfältig geprüft werden. Das sollten eigentlich alle Entwickler wissen. Das trifft natürlich auch für Entwickler von Webseiten zu, nur haben Entwickler von Webseiten und Entwickler von OpenSSL nichts miteinander zu tun. Eingabevalidierung ist natürlich auch vom öffentlichen Netzwerk wichtig. Dem Entwickler von OpenSSL, der Heartbleed geschaffen hat, ist das sicherlich bewusst gewesen. Er hat einen Fehler gemacht. Fehler sind menschlich. Der Entwickler hat mittlerweile an einer deutschen Hochschule promoviert und man kann ihn sicherlich als übermäßig intelligent bezeichnen. Leider begehen auch übermäßig intelligente Menschen Fehler. Das ist die eine Seite.

Wie kommt es, dass ein so hoch qualifizierter Entwickler an hochsensibler Sicherheits-Software arbeiten darf? Das ist ganz einfach zu beantworten. Es handelt sich um ein Open Source Projekt. Auch Unternehmen, die eigene SSL-Implementierungen verkaufen, setzen Open Source ein. Manche sogar auch OpenSSL. Manche Open Source Entwickler betreiben die Entwicklung als Hobby, manche sind minderjährig und andere bereits im Rentenalter. Andere entwickeln an Open Source und werden dafür von Unternehmen bezahlt.

Es gibt hervorragende Open-Source Lösungen. Manche weisen leider keine so hohe Qualität auf. Das gilt genauso für kommerzielle Software und auch für kommerzielle SSL-Implementierungen. Die wenigsten Entwickler sind unqualifizierte Bastler. Oftmals wird Open Source von einem Team geführt und es existieren eigene komplexe Mechanismen zur Qualitätssicherung. Keine Qualitätssicherung ist perfekt, genauso wenig wie es 100%ige Sicherheit gibt. Qualität ist eine andere Sache.

Wenn man Software minderer Qualität einsetzt hat man ein Sicherheitsrisiko. Kann sein, muss aber nicht. Manche kommerzielle Software ist fehlerhaft und verursacht höhere Kosten. Genauso kann es bei Open Source sein.

Manche Internet-Unter­nehmen haben folgendes Geschäftsprinzip. Sie warten darauf, bis es in einem Open Source Projekt ein Sicherheitsproblem existiert, dass in Konkurrenz zu ihrer Software steht. Dann schalten sie in großen deutschen Zeitungen Werbung für ihr Produkt. In dieser Werbung reden sie die Konkurrenz schlecht. Nach diesem Prinzip können Unternehmen vielleicht groß werden, oder sie schrecken von der Nutzung ihrer Produkte ab. Selbst diese Unternehmen sollen OpenSSL einsetzen, ohne irgendwie die Qualität zu prüfen. Unglaublich.

Aus OpenSSL wurde jetzt Heartbleed entfernt. Wer weiß, wie viele Probleme noch in OpenSSL schlummern? Gute Frage. Das gilt übrigens für jede Software. Gerade bei kommerzieller Software, die nicht veröffentlicht wird, ist die Frage extrem schwer zu beantworten. Open Source Programme werden teilweise mit teuren Tools überprüft, deren Einsatz für die Projekte kostenlos ist. Warum? Weil es auch anständige Unternehmer gibt.

Die NSA weiß schon was sicher ist. Die wollen selbst nicht gehackt oder ausspioniert werden. Deswegen arbeitet die NSA an Open Source Projekten wie zum Beispiel SELinux.

Ich rate davon ab, als sicherheitskritische Software wenig verbreitete kommerzielle Software einzusetzen, deren Quelltext man nicht frei beziehen kann. Ich setzte und setze weiterhin OpenSSL ein. Fehler passieren jedem, Entwicklern wie CEOs. Manche entschuldigen sich öffentlich, andere gar nicht.

24 04, 2014

HOB GmbH & Co KG nutzt OpenSSL

von |24. April 2014|Allgemein|0 Kommentare|

In großen Werbeanzeigen in der FAZ, Handelsblatt und ZEIT sowie Online urteilt Klaus Brandstätter (CEO des Unternehmens HOB GmbH & Co KG) vernichtend über OpenSSL aufgrund Heartbleeds. Ein Entwickler sei „nicht übermäßig intelligent“ und OpenSSL sei ein Hobby-Werk von meist 17jährigen. Dafür wird intensiv HOB SSL & Co beworben.

Dennoch: HOB GmbH & Co KG nutzt für die Verschlüsselung von https://www.hobsoft.com nicht das eigene angeblich wesentlich sichere HOB SSL, sondern vertraut auch wie viele Tausende oder Millionen Andere auf die grundsätzlich hohe Qualität und Sicherheit von OpenSSL und Open Source.

Die Serversignatur von https://www.hobsoft.com:

Apache/2.0.52 (Unix) mod_ssl/2.0.52 OpenSSL/0.9.7k mod_jk/1.2.6 PHP/5.2.0 Server at www.hobsoft.com Port 443

Mittlerweile scheint das Unternehmen die Server-Signature deaktiviert zu haben. Anscheinend steht HOB GmbH & Co KG nicht zur Nutzung von OpenSSL. Schade eigentlich. Die Nutzung von OpenSSL zur Realisierung von sicheren Verbindungen ist auch nach Heartbleed noch eine gute Wahl und im Gegensatz zu HOB SSL offen und kostenlos.