{"id":2089,"date":"2016-12-10T12:43:04","date_gmt":"2016-12-10T10:43:04","guid":{"rendered":"https:\/\/security.sauer.ninja\/?p=2089"},"modified":"2017-05-05T07:30:34","modified_gmt":"2017-05-05T05:30:34","slug":"der-didaktische-albtraum-frontalvortrag-folienschlacht-mit-powerpoint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/security.sauer.ninja\/de\/vortraege\/der-didaktische-albtraum-frontalvortrag-folienschlacht-mit-powerpoint\/","title":{"rendered":"Der didaktische Albtraum: Frontalvortrag + Folienschlacht mit PowerPoint!"},"content":{"rendered":"<p>Die typische Konferenz, Hochschulvorlesung oder IT-Sicherheits-Schulung: Irgendjemand steht mit einer vorbereiteten PowerPoint-Pr\u00e4sentation vorne und hat nach 5 Minuten die Aufmerksamkeit seines Publikums verloren. Kennzeichen eines Frontalvortrags? Einer redet, der Rest schl\u00e4ft, sitzt am Laptop oder schaut besorgniserregend auf den bald leeren Handyakku.<\/p>\n<p>Als Student wird man mit langweiligen Vorlesungen gequ\u00e4lt, sp\u00e4ter auf Weiterbildungen mit 5-Tage Frontalvortrag am St\u00fcck und falls man freiwillig auf eine Konferenz geht, darf man sich zu 80% Referenten anh\u00f6ren, die besser h\u00e4tten zu Hause bleiben sollen. Das Publikum bedankt sich aus professioneller H\u00f6flichkeit und denkt &#8211; warum sind wir hier? Was wollte er jetzt sagen? Ob der n\u00e4chste besser ist?<\/p>\n<p>Es gibt Ausnahmen. Manche haben mich begeistert, z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Dr. S. Paulus (Vorlesungen an der Technischen Hochschule Brandenburg)<\/li>\n<li>C. Sch\u00e4fer (Datenschutzvortrag TISP Community Meeting 2016)<\/li>\n<li>A. Alsbih (OWASP Germany Day 2014)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kennzeichen dieser Dozenten und ihrer Vortr\u00e4ge: Interaktion mit dem Publikum, Humor, Charisma und\/oder didaktische F\u00e4higkeiten. Aber vor allem: Kein langweiliger Frontalvortrag bzw. -unterricht.<\/p>\n<p>Es ist ehrlich gesagt nicht einfach einen guten Vortrag oder Schulung zu halten. In einem Fachbuch \u00fcber Didaktik hatte ich einmal die Aussage gelesen, dass in der ersten Entwicklungsphase eines Dozenten die Hauptangst vor dem Publikum der pr\u00e4gendste Bestandteil des Vortrags ist, sodass man sich in detailreiche Folien fl\u00fcchtet. Sinngem\u00e4\u00df wiedergegeben. Die Aussage hat einen wahren Kern.<\/p>\n<p>Ich hatte meinen ersten Vortrag vor Publikum vor einigen Jahren in der gymnasialen Oberstufe. Ein Vortrag mit weiteren Sch\u00fclern in der Aula im Rahmen eines Business-Projekts einer der Big4-WP-Gesellschaften. Die Folien waren f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse sehr gut, mein Vortragsstil miserabel &#8211; ich hatte meinen Text auswendig gelernt. Ein Reinfall, sobald man kurz h\u00e4ngen bleibt oder eine Zwischenfrage gestellt wird. Nie wieder habe ich mir auch nur im Ansatz vorher Textbausteine \u00fcberlegt oder vorbereitet.<\/p>\n<p>Seitdem hatte ich dennoch weiter Vortr\u00e4ge gehalten. Aus eigenen Fehlern gelernt, aus Fehlern anderer Referenten gelernt und gute Ideen anderer in meinen eigenen Stil integriert. Aktuell bin ich Lehrbeauftragter an Hochschulen, war Dozent in einem IHK-Lehrgang, halte Schulungen bzw. Trainings und gerne auch mal einen Vortrag auf einer Konferenz. Klingt alles gut und wichtig, aber selbst mit dieser Erfahrung gelingt nicht alles. Zu schnell zu sein ist wohl meine No1-Kritik. Ich versuche daran zu arbeiten.<\/p>\n<p>Was sind die Erfolgsfaktoren eines guten Vortrags, Schulung oder Vorlesung? Meiner Meinung nach:<\/p>\n<ul>\n<li>Humor und Witz schaden nicht. Sich selbst zu wichtig zu nehmen schon.<\/li>\n<li>Zu viele Folien mit zu viel Text oder auch Stichw\u00f6rtern ist der grundlegend falsche Ansatz. B\u00fccher lesen k\u00f6nnen die Teilnehmer selbst.<\/li>\n<li>Bilder sagen mehr als 1000-Worte. Es gibt g\u00fcnstige Bilddatenbanken.<\/li>\n<li>Interaktion mit dem Publikum. Habe ich schon gesagt Interaktion mit dem Publikum? Ja oder? Interaktion mit dem Publikum!<\/li>\n<li>Theorie lernt man durch? Praxis! \u00dcbungen, Rollenspiele.. echt, Rollenspiele? Ja!<\/li>\n<li>Bulimielernen als Konzept ist kein Vorteil (sch\u00f6nen Gru\u00df an CISSP-Vorbereitungskurse). Es ist Zeitverschwendung.<\/li>\n<li>Die Vermittlung von Erfahrung schl\u00e4gt das referieren von Theorie.<\/li>\n<li>Was ist besser als Interaktion mit dem Publikum? Noch mehr Interaktion!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Anschlie\u00dfend noch ein Ratschlag: Macht Feedbackrunden &#8211; sofern m\u00f6glich. Eine wahnsinnige Idee oder? Jemanden um kritische R\u00fcckmeldung bitten. Feedbackbogen sind nett.. ehrliches, hartes und direktes Feedback ist besser. Charakterst\u00e4rke und Kritikf\u00e4higkeit vorausgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die typische Konferenz, Hochschulvorlesung oder IT-Sicherheits-Schulung: Irgendjemand steht mit einer vorbereiteten PowerPoint-Pr\u00e4sentation vorne und hat nach 5 Minuten die Aufmerksamkeit seines Publikums verloren. Kennzeichen eines Frontalvortrags? Einer redet, der Rest schl\u00e4ft, sitzt am Laptop oder schaut besorgniserregend auf den bald leeren Handyakku. 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