Eigentlich dachte ich, dass Antivirus-Software unverzichtbar in der Abwehr von Schadsoftware ist. Dieser Glaube wurde durch die Bachelorarbeit  „Das Schutzpotential von Antivirenprogrammen“ von Dominik Sauer erschüttert. Bei individuell entwickelter Schadsoftware beißt sich Antivirus-Software regelrecht die Zähne aus. Dominik Sauer zeigte in seiner Arbeit sehr anschaulich, dass jeder Hacker in der Lage ist, seinen bösartigen Schadcode mit relativ einfachen Mitteln vor jeder relevanten Antivirus-Engine zu verstecken. Dabei beschreibt er eine generische Vorgehensweise, wie man dieses reproduzieren kann. In seinem Fazit schreibt er dazu:

„Nach dieser Bachelorthesis und meiner professionellen Meinung als Penetration Tester nach sind Antivirenprogramme dennoch nicht obselet geworden. Antivirus-Software ist erforderlich um breite Malware-Angriffe zu erkennen, aber weitgehend nutzlos in der Abwehr zielgerichteter Angriffe.“

Die Verhaltenserkennungen von Antivirussoftware ist leider nicht optimal und kann durch relativ einfache Mittel ausgetrickst werden. Die Signaturerkennung ist zwar sehr gut, allerdings muss dafür erst ein Schädling als solcher identifiziert und geeignete Signaturen erstellt werden. Wird eine Schadsoftware nur bei einem oder sehr wenigen Zielen eingesetzt, passiert dieses vielleicht nie.

Insgesamt muss man die Grenzen von Antivirus-Software kennen: Gegen breite Angriffe oder gegen mit Scriptkiddie-Tools erzeugter Schadcode helfen Antivirus-Software sehr gut, wenn im Zweifel auch erst zeitverzögert. Gegen zielgerichtete Angriffe von einem Hacker sind sie absolut nutzlos.