Der Bitcoin-Hype fällt in die Realität zurück

von |26. Februar 2014|Netzpolitik|2 Kommentare|

Der Hype um die Internet-Währung Bitcoin fällt in die Realität zurück. Nachdem China bereits den Handel mit Bitcoin praktisch untersagt, denken weitere Länder über ein Verbot nach. Da sich Zahlungen mit Bitcoin nicht nachvollziehen und somit auch nicht kontrollieren lassen, kann man eigentlich davon ausgehen, dass auch die Industrieländer langfristig nicht eine digitale Schattenwährung neben der eigenen offiziellen Währung akzeptieren werden.

Zudem wird das Vertrauen der Menschen in Bitcoin durch den sich anbahnenden Skandal um die Bitcoin-Börse Mt. Gox erschüttert. Die Börse hat nach einem vermuteten riesigen Diebstahl von Bitcoins den Betrieb eingestellt. Bitcoins sind für Kriminelle ein attraktives Ziel. Sie sind anonym und einfach zu stehlen, wenn nicht ein umfangreiches Sicherheitskonzept vorhanden und umgesetzt wurde. Gestohlene Bitcoins lassen sich im  Gegensatz zu gestohlenen Kreditkartendaten einfach gegen echtes Geld eintauschen. Wer heute noch Kreditkartendaten anstatt Bitcoins stiehlt, verpasst gerade einen bessere illegale Einnahmequelle.

Ich halte es zudem für unwahrscheinlich, dass der Preis eines Bitcoins noch weiter steigen wird. Jeder Hype an einer Börse erreicht immer dann den Höhepunkt, wenn die allgemeinen Medien darüber berichten und jeder Bitcoins hat, der sich welche zulegen würde. Das Frühwarnsystem Bildzeitung zeigt ein klares Verkaufssignal: Wenn selbst die BILD darüber berichtet, ist der Höhepunkt erreicht.

Insgesamt denke ich, dass die Internet-Währung Bitcoin zwar nicht untergehen, aber deutlich weiter an Bedeutung verlieren wird. Die Möglichkeiten, die das anonyme Geld bietet, sind leider optimal für Geldwäsche und die Bezahlung von illegalen Waren und Dienstleistungen geeignet. Sobald die illegalen Transaktionen eine gewisse Relevanz vorweisen können, werden die Staaten gegen Bitcoin vorgehen. Spätestens dann wird Bitcoin in der harten Realität angekommen sein.