Strategien gegen Ransomware – Schutz vor Verschlüsselungstrojanern

von |15. Dezember 2016|IT-Sicherheit|0 Kommentare|

Ransomware bzw. Verschlüsselungstrojaner – wer hat noch nicht, wer will nochmal? Ich habe im Laufe der Zeit einige Unternehmen gesehen, die Opfer einer Ransomware geworden sind. Diese Art von Schadsoftware verschlüsselt oftmals in aller Ruhe Dateien um danach frech Bitcoins als Lösegeld zu erpressen – entweder man zahlt, oder sieht seine Daten nie wieder. Das Geschäftsmodell funktioniert, das muss man den Angreifern schon lassen.

Aber wie kann man sich als Unternehmen dagegen wappnen? Ein ganzheitliches Sicherheitskonzept wäre eine gute Idee, aber grundsätzlich finde ich die folgenden Maßnahmen am wichtigsten:

  1. Regelmäßige und funktionierende (d.h. überprüfte) Backups. Die Häufigkeit von „regelmäßig“ kann von alle paar Tage bis hin zu alle paar Stunden reichen. Das hängt vom Einzelfall ab. Aber wichtig ist: Backups erstellen und grundsätzlich verifizieren, dass man Dateien auch wieder erfolgreich wiederherstellen kann. Es macht natürlich auch keinen Sinn, Backups auf dem selben Datenträger vorzuhalten. Fassen wir den ersten Punkt zusammen zu: „vernünftiges Backupkonzept“.
  2. Vernünftige Berechtigungskonzepte. Einfach ausgedrückt: Nicht jeder Mitarbeiter muss Zugriff auf alle Shares und Ordner haben. Berechtigungen auf Need-to-know bzw. Need-to-work-Basis – so viel Rechte wie man zum Arbeiten benötigt, aber nicht mehr.
  3. Virenscanner mit stets aktuellen Signaturdatenbanken. Wenn man Glück hat, erkennt ein Virenscanner die Ransomware bereits und der Angriff wird erfolgreich abgewehrt. Wenn man Pech hat, gibt es noch keine Signatur für eine neue Schädlingsvariante und der Virenscanner hilft nichts. Sex mit Kondom ist auch keine 100%ige Schutzmaßnahme.
  4. Mitarbeiter-Schulung bzw. Security Awareness: Nicht auf jeden Anhang muss man klicken. Leicht gehässig ausgedrückt: Big Boobs muss man nicht im Büro ansehen und normale Menschen möchte einem nicht ein paar Tausend Dollar oder Euro schenken. Ist schwerer gesagt als getan, ich weiß. Aber einmal ernsthaft ausgedrückt: Es ist absolut notwendig Mitarbeiter in dem richtigen Umgang mit Outlook & co. zu schulen und auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass ihr richtiges Handeln im optimalen Fall wirklich wichtig für ihr Unternehmen sein kann.

In welcher Reihenfolge empfehle ich diese Punkte? Erst das umgesetzte Backupkonzept, dann das Berechtigungskonzept, dann Virenscanner und danach erst die Mitarbeiter sensibilisieren. Warum? Menschen machen Fehler, Virenscanner hängen immer hinterher, bessere Berechtigungskonzepte verringern nur den Schaden und das einzige was im Zweifel helfen kann, ist die erfolgreiche Wiederherstellung der Daten.