Archiv für den Monat: Mai 2015

21 05, 2015

Just My 2 Cents zum Thema Personalverantwortung & Personalführung

von |21. Mai 2015|Allgemein|0 Kommentare|

Wie lernt man Personalführung? Ab ins kalte Wasser! Vielleicht beschäftigt man sicher vorher noch ausführlich mit diversen Theorien zur Personalführung. Oder man hat die Theorie im Studium durchgekaut. Oder man hat einen besonders spendablen Arbeitgeber und wird auf ein Seminar bzw. Training für Führungskräfte geschickt. Theorie und Übungsseminare sind nett, aber wirklich darauf vorbereiten können sie nicht.

Ich denke für die meisten, die zum ersten Mal Personalverantwortung übernehmen, war das eine Stufe auf ihrer mehr oder weniger geplanten Karriereleiter. Personalverantwortung als Karriereziel. Mehr Einfluss, mehr Macht, mehr Gestaltungsspielraum, endlich echte Entscheidungen treffen und natürlich mehr Geld. Personalverantwortung als Selbstzweck. Was man nach dem Studium werden möchte? Natürlich Führungskraft!

Das erste Herausforderung fängt leider damit an, dass Personalverantwortung auch bedeutet, Personal zu führen und nicht nur zu verwalten, zu terrorisieren oder die anderen einfach für sich arbeiten zu lassen. Gute Führung bedeutet auf die Menschen einzugehen, die verschiedenen Schwächen und Stärken von Menschen zu erkennen, um langfristig das optimale aus einer Mannschaft herausholen zu können. Dazu gehört eine gute Menschenkenntnis, vielleicht ein bisschen Charisma und vor allem Charakterstärke sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Was weniger dazu gehört sind tiefe Fachkenntnisse und narzisstisch oder egoistische Persönlichkeitsstörungen. Führungskräfte, die Erfolge ihrer Mannschaft primär zu ihren eigenen Erfolgen umdeuten und bei Fehlern die Schuldigen wiederum als erstes unter den eigenen Mitarbeitern suchen, sind genauso fehl am Platz.

Die zweite Herausforderung an Personalverantwortung: Es ist nur so lange easy-going, solange alles reibungslos funktioniert. Leistungsschwache, problematische Mitarbeiter und Konflikte innerhalb der Mannschaft können der Führungskraft richtig Nerven kosten. Man kann Probleme natürlich ignorieren, schwache Mitarbeiter mit einfachen ABM-Aufgaben betreuen, viele Blabla-Meetings zur Arbeitsatmosphäre abhalten und ansonsten jeden weiteren möglichen Konflikt aus dem Weg gehen. Als Ergebnis werden die Leistungsträger abwandern und am Ende hat die Führungskraft das Personal, welches sie verdient hat. Was man eigentlich machen sollte – das richtige Maß aus Lob, Motivation, Förderung aber auch Sanktionen finden. Offen gesagt, wer scheiße gebaut hat, hat es verdient darauf aufmerksam gemacht zu werden. In keiner cholerischen Art und Weise, sondern sachlich und direkt. Im Gegensatz dazu haben es gute Mitarbeiter auch verdient, Lob und Anerkennung zu bekommen. Man kann nicht alle Mitarbeiter gleich behandeln, jeder benötigt einen anderen Führungsstil. Der eine braucht mehr Führung, der andere mehr Freiheiten. Jeder Mensch ist anders. Leider ist für viele aber Lob einfacher zu verteilen, als Konfliktgespräche zu führen oder gar Kündigungen auszusprechen.

Ich hatte damals auch indirekt das Karriereziel Personalverantwortung zu übernehmen. Ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Ich habe versucht mich an Vorbildern zu orientieren und aus Fehlern anderer zu lernen. Funktionierte leider nicht immer, ich habe auch Fehler gemacht. Mittlerweile habe ich meinen eigenen Stil gefunden. Ich bin mit der Zusammensetzung meines aktuellen Teams sehr zufrieden.

Aber ich habe dem Prinzip Personalverantwortung als Karriereziel und damit als Selbstzweck abgeschworen. Nach dem Peter-Prinzip neigt jeder Beschäftigte bis zu seiner Stufe der eigenen Unfähigkeit aufzusteigen. Die genannte These von Laurence J. Peter kommt nicht von ungefähr. Wird einem die erste Stelle als Führungskraft angeboten, sollte man sehr genau darüber nachdenken sie anzunehmen. In der Regel hat man in dieser Situation keine Ahnung, was das eigentlich in der Praxis bedeutet. Nimmt man die Aufgabe an, sollte man regelmäßig reflektieren, ob man es wirklich kann. Die Theorie ist einfach, die Praxis leider nicht unbedingt.

8 05, 2015

Die WordPress-Seuche

von |8. Mai 2015|IT-Sicherheit|2 Kommentare|

Ich habe es satt. Mein Blog läuft selbst auf WordPress und ich habe noch 2-3 andere WordPress-Installationen, aber der aktuelle Handlings-Aufwand um diese Sachen „sicher“ zu halten steht in keinem ertragbaren Verhältnis mehr.

WordPress hat sich von einem kleinen „pain in the ass“ zu einer regelrechten Security-Seuche entwickelt. Seit der „It’s not a bug, it’s a feature!“-Pingback-Schwachstelle hört es gefühlt nicht mehr auf. Aktuell ist das Standard-Theme von WordPress anfällig. Die geniale readme.html, die die aktuelle WordPress-Version einer Installation auf dem Silbertablett in die Öffentlichkeit posaunt und auch immer schön nach einem Update wieder da ist, sorgt bei mir immer noch für verständnisloses Kopfschütteln.

Aber das gute ist: Hat man eine aktuelle Installation und es existiert noch nicht eimal ein Zero-Day-Exploit für WordPress, kann man sich im Zweifel immer noch auf ein verwundbares Plugin verlassen. Sicher ist, dass viele WordPress-Installationen einfach nur unsicher sind. Vollgestopft mit irgendwelchen Plugins, selten regelmäßig aktualisiert, ist WordPress des Pentesters Liebling geworden.