Verschlüsselung

23 01, 2014

Die berühmte base64-Verschlüsselung

von |23. Januar 2014|IT-Sicherheit|0 Kommentare|

Letztens habe ich wieder(!) ein Gespräch mitbekommen, mit der kreativen Aussage:

„Sinngemäß: Und zusätzlich verschlüsseln wir die Daten noch base64.“

Anscheinend gibt es immernoch Informatiker, die die base64-Kodierung als Verschlüsselung ansehen. Nach 1-2 Drinks kann man das im besten Fall noch unter „security by obscurity“ verbuchen. Im nüchternen Zustand möchte man darüber eher nicht nachdenken.

25 10, 2013

Der NSA-Skandal als Security Awareness-Kampagne

von |25. Oktober 2013|Informationssicherheit|0 Kommentare|

Vielen Dank liebe NSA für diese herausragende Security Awareness-Kampagne in der deutschen Bevölkerung. Erst am Anfang einmal starke Aufmerksamkeit erwecken, dass unverschlüsselte Kommunikation abgehört werden kann. Korrektur, wird. Die meisten Deutschen wissen nun, dass die NSA durch PRISM mitlesen kann, wenn sie möchte. So arbeitet man klar heraus, warum man z.B. bei vertraulicher Kommunikation Verschlüsselung einsetzen sollte. In den Medien wimmelte es von Artikeln, wie man PGP oder ähnliches einrichtet. Ein perfekter Einstieg in die erste deutsche Security Awareness-Kampagne. Und das alles kostenlos.

Bevor wirklich wieder Ruhe einkehrt wird bekannt, dass die NSA angeblich auch Verschlüsselung brechen kann. Panik, nichts ist mehr vor der NSA sicher. Damit so eine Kampagne Erfolg hat, einfach immer mal wieder eine bisschen nachschießen. In wie weit diese Aussagen stimmen, sei einmal dahin gestellt und in den Medien wird viel Blödsinn berichtet. Egal, es kommt in den Köpfen an: Man muss starke Geschütze auffahren, wenn man der NSA etwas entgegensetzen möchte.

Der Skandal ebbt nun ab. Ach nein, stimmt ja gar nicht. Die NSA soll auch die Bundesregierung abhören. Perfekt, niemand ist vor der NSA sicher. Es ist nicht nur die eigene Privatsphäre bedroht, sondern auch die der deutschen Kanzlerin. Dass Frau Merkel eigentlich ein sicheres Mobiltelefon habe sollte, und sie manchen Presseberichten nach auch gerne mit gewöhnlichen Mobiltelefon kommuniziert, passt perfekt als Botschaft: Wer Krypto zur Verfügung hat und sie nicht einsetzt, ist selbst dran schuld. Die NSA hört und liest mit.

Danke NSA. Was kommt nächsten Monat? Vielleicht hat der BND die NSA bei der Abhöraktion von Frau Merkel unterstützt? Man darf gespannt sein.

Wer Ironie findet, darf sie gerne behalten.

20 08, 2013

Threema: Sichere Alternative zu WhatsApp

von |20. August 2013|IT-Sicherheit|1 Kommentar|

Nachdem Whistle.im ein gutes Beispiel dafür ist, wie man Verschlüsselungstechniken nicht in der Praxis umsetzt, scheint es hingegen bei Threema gelungen zu sein: Threema setzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein, bei der die kryptographischen Schlüssel auf dem Endgerät des Benutzers liegen. Die Entwickler von Whistle.im sind im Gegensatz dazu auf die wahnsinnige Idee gekommen, alle Schlüssel zentral auf ihren eigenen Servern zu speichern.

Threema ist leider nicht Open Source, sodass man nicht wie bei Whistle.im zur Analyse den kompletten Zugriff auf den  Quelltexts besitzt. Ausgehend von den offiziellen Informationen von Threema scheint das Sicherheitskonzept durchdacht zu sein. Threema generiert das eigene Schlüsselpaar lokal und geheime Schlüssel werden niemals übertragen. Besonders gut finde ich die drei verschiedenen Stufen, in denen die Echtheit des Absenders eingeteilt wird. Die höchste Sicherheitsstufe erreicht man, wenn man dem Absender zuvor persönlich begegnet ist und die beiden beteiligten Smartphones sich per QR-Code verifiziert haben. Ein persönliches Treffen ist jedoch nicht zwingend Voraussetzung für eine verschlüsselte Kommunikation.

Die verwendeten kryptographischen Verfahren dürften als sicher angesehen werden. Die schlimmsten Fehler entstehen im Einsatz von Krypto wie bei Whistle.im eher im grundsätzlichen Design einer Anwendung. Solange man nicht auf die blöde Idee kommt, kryptographische Verfahren selbst zu implementieren, sollte man auf der sicheren Seite sein. Das ist ohnehin weder bei Whistle.im noch bei Threema der Fall. Dafür ist die Sicherheit in Whistle.im broken by design.

Ausgehend von den vorliegenden Informationen, kann man Threema als sicher betrachten. Die Verschlüsselung wird eher nicht angreifbar sein. Der einzige offensichtlich mögliche Angriffsvektor besteht in der Applikation selbst: Ist sie nicht Open Source, lässt sich nur sehr schwer nachvollziehen, was im Hintergrund passiert. In wie weit man ihr vertraut, muss jeder selbst wissen. Sicherer als WhatsApp oder das security broken by design Whistle.im wird es sein.

19 08, 2013

Whistle.im ist unsicher

von |19. August 2013|IT-Sicherheit|0 Kommentare|

Whistle.im soll eine sichere Alternative zu WhatsApp sein. Whistle wirbt mit der Aussage: „Sichere Sofortnachrichten. Made in Germany.“ Wir wissen ja auch dank Wirtschaftsminister Rösler, dass wir bei Verschlüsselungstechnologien einen technischen Vorsprung besitzen.

Leider ist es total blöd, dass sich jemand mit Know-How Whistle angesehen hat: Die Jungs vom CCC Hannover. Sofern die beschriebene Analyse dort auch nur einen Funken Wahrheit besitzt, kann man auch gleich weiter WhatsApp benutzen. Whistle ist unsicher und offenbar wurden grundsätzliche Prinzipien beim Einsatz von Verschlüsselungstechnologien nicht beachtet. Ein gutes Beispiel für jeden Anwendungsentwickler, wie man Kryptographie nicht einsetzt. Sicherheit ist etwas anderes. Die Analyse vom CCC ist absolut lesenswert.